7/11/2014

Signature Shoe = Star???

Yes Yes Y'All!

Ich philosophiere heute wieder ein bisschen hin und her, falls euch das also langweilt, runterscrollen zum ID of the Day oder den anderen wundervollen Artikeln.

Es geht heute um die Frage, ob ein Signature Shoe dazu beitragen kann, einen Sportler zur Legende zu machen oder das lediglich durch seine Leistung passiert. Vielleicht hängt das eine ja auch mit dem anderen in Verbindung?

Bekommt ein Sportler erst einen Signature Shoe wenn er bereits bewiesen hat, dass er mit seinen Leistungen die Geschichte seiner Sportart mitgestalten wird? Andrew Wiggings der ab der nächsten Saison in der NBA spielen wird hat vor wenigen Tagen einen Vertrag mit Adidas unterschrieben, der sich auf $ 2 Millionen jährlich beläuft. Ein 19-Jähriger der noch kein Spiel als professioneller Basketballspieler hinter sich gebracht hat. Niemand kennt seine zukünftigen Leistungen und ob er wirklich erfolgreich wird. Die Vergangenheit spricht zwar dafür, allerdings bleibt eine Ungewissheit bestehen.
Es lässt sich also annehmen, dass das Potential, ein großes Publikum für sich zu begeistern und eine Fanbase aufzubauen und zu bewegen den Schuh zu kaufen reicht, um attraktiv für ein Brand zu sein, einen Endorsementvertrag mit jemandem zu schließen.

Was passiert allerdings wenn die Verträge geschlossen sind und das Ganze erst einmal ins Rollen kommt? Trägt die Tatsache, dass sich Fan ein Teil seines Lieblingssportlers erwerben kann dazu bei dass aus ihm/ihr eine Legende wird? Der Schuh, das wichtigste Werkzeug mancher Athleten und dasjenige Werkzeug, welches sie sich selber Aussuchen kann heutzutage von jedem gekauft und getragen werden, egal ob zwecks Performance oder Mode. Jeder von uns kennt den Film "Like Mike" in dem die Hauptfigur die Schuhe von Michael Jordan findet und plötzlich sein Talent hat. Denken Fans auch so? Ist es für den Verkauf eines Performance-Schuhs wirklich förderlich, wenn er den Namen eines Spitzensportlers trägt? Genau wie die jeweiligen Brands denke ich schon, was als Verkaufs- bzw. Marketinginstrument benutzt wird. 
Doch was wenn der Sportler zu scheitern droht? Was passiert, wenn der jeweilige Athlet droht die Meisterschaft oder das Turnier nicht zu gewinnen? Könnte das die Verkaufszahlen mindern? 
Fakt ist, dass Sportler mit Siegen Fans dazu gewinnen und somit die potentielle Nachfrage theoretisch steigen müsste. Um dem Abstieg der Verkaufszahlen entgegen zu wirken muss der Gedanke der Großartigkeit des Sportlers so verankert werden, dass Niederlagen irrelevant werden. Es wird sogar noch weiter gegangen und die Stärke des Sportlers anhand der Niederlagen verdeutlicht.
Ein Zitat, welches die meisten Michael Jordan-Fans kennen ist zum Beispiel:

"In meiner Karriere habe ich über 9000 Würfe verfehlt. Ich habe fast 300 Spiele verloren. 26 mal wurde mir der spielentscheidende Wurf anvertraut und ich habe ihn nicht getroffen. Ich habe immer und immer wieder versagt in meinem Leben. Deshalb bin ich erfolgreich." 

Niederlagen werden benutzt um die Ambition und den Kampfgeist darzustellen, das was einen Sportler ausmacht.
Adidas hat vor ca 2 Jahren einen Trailer über Derek Rose's Rückkehr gedreht, in welchem gezeigt werden sollte, wie hart er an seiner Fitness arbeitet, nachdem wer aufgrund einer Verletzung ausgefallen ist. Selbst schwache Momente, wie der Ausfall durch eine Verletzung werden genutzt um den Kampfgeist darzustellen und den Sportler zu glorifizieren.
Genau diese Glorifizierung erfolgt auch in den Werbespots des jeweiligen Signature Schuhs. Egal ob es sich bei Adidas um Lio Messi oder bei Nike um Kevin Durant oder Kobe Bryant handelt. Der Werbespot macht aus den Sportlern Kämpfer á la Gladiator. Er zeigt Skills, Entschlossenheit und den Willen alles für den Sieg zu tun. Aus den Sportlern werden Volkshelden gemacht. Sie werden nicht nur wie Ausnahmetalente dargestellt, worum es sich bei den meisten auch handelt, sondern wie jemand zu dem man aufschauen soll. Wie jemand der Veränderung bringen wird. 


Aus dem Sportler wird der Underdog der alles tut um sich, sein Team und stellvertretend auch seine Fans zum Sieg zu führen.

Was aber neben der persönlichen Erfolge des Sportlers wichtig ist, ist dass es für die Fans möglich bleibt sich mit ihrem Helden identifizieren zu können. Er darf nicht unerreichbar sein, sondern jemand, zu dem seine Fans aufsehen können. Er soll die Jüngeren dazu bewegen so sein zu wollen wie eher, oder besser noch, genauso hart an den eigenen Skills zu arbeiten wie er.
Er soll junge Menschen dazu bringen zu sagen: "Ich werde genauso gut wie Messi/Kobe/LeBron, wenn nicht noch besser!"
Dann und genau dann, werden diese Jungs und Mädchen seine Schuhe haben wollen und dann ist er für den Sponsor am wertvollsten, wenn er die perfekte Mischung aus Ausnahmesportler, Talent und Erreichbarkeit bzw. harter Arbeit in sich trägt. Jeder kann hart Arbeiten, aber nicht jeder kann so viel Talent in sich haben, was bedeutet, dass die Darstellung von Niederlagen und der Verbesserung durch harte Arbeit Menschen eher dazu bewegt ihm nach zu eifern, als die reine Darstellung seines unfassbaren Talentes.

Kommen wir also zurück zu Anfangsfrage: Wird jemand durch einen Signature Shoe zum Star oder zur Legende?

Ich denke nicht, dass das allein dazu beiträgt. Am ende des Tages, muss der Athlet weiterhin Leistung bringen. Ganz nachdem Grundsatz "Numbers don't lie", muss die Mehrheit seine Curriculums aus Siegen und einer unfassbaren Performance bestehen und wenn das passiert, dann wird aus dem Sportler mehr als ein Sportler. Obwohl Kevin Durant noch keinen Meisterschaftstitel gewonnen hat, wird er von Nike im Werbespot zu seinem neuen Schuh zur Legende, dem Besten gemacht (s.o.), genau wie Messi im Adidas Werbespot. Auch er hat noch keinen Weltmeisterschaftstitel gewonnen. 
Man kann also zusammenfassend schon sagen, dass nicht der Signature Shoe selbst, allerdings diejenigen die daran verdienen möchten den jeweiligen Sportler in das bestmögliche Licht rücken, damit der Absatzmarkt bestehen bleibt. Die Glorifizierung der jeweiligen Athleten erfolgt zu einem deutlich früheren Zeitpunkt im Verlauf ihrer Karriere. Keiner zweifelt daran, dass LeBron James, Lio Messi, Christiano Ronaldo und Kobe Bryant mehr als Durchschnitt sind, allerdings wurden sie schon bevor sie dies langfristig beweisen konnten, zu solchen gemacht.


Piera




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