12/26/2013

No fake fake records records

Was geht ab Gang?

Heute mal ein anderes Thema, hoffe es ist okay für euch. 
Es geht heute um Musik und besonders um Hip Hop. Da ich finde,  dass die Sneakerheads-Szene und die des Hip Hops sehr nahe beieinander liegen, denke ich, dass das Thema nicht vollkommen random ist. 


Für mich ist Rapmusik die ehrlichste Musikrichtung. In keiner Musikrichtung 
wird so viel Wert auf Authentizität gelegt. Es geht sogar noch einen Schritt weiter, wenn man als Rapper 
bei der Vermarktung eines Images erwischt wird, was man nicht verkörpert kann es
passieren, dass man dafür öffentlich bloß gestellt wird.

Ich persönlich sehe so etwas nicht so extrem eng. Ich finde Übertreibungen cool und finde es auch okay, wenn man versucht eine Vermarktungsstrategie anzuwenden. 

Was ich allerdings wichtig finde, ist die Delivery, also wie gut der jeweilige Rapper
die im Lied herrschende Emotion und Stimmung überliefern kann.
Viele denken dass das Rappen bloß gerede auf einem Instrumental sei, doch so einfach ist das nicht. 
Ein MC hat keine Töne  im Repertoir bei denen er sich bedienen kann um Emotionen zu transportieren, wie sie Sänger haben. Ein MC hat muss es schaffen durch Rhythmik und der Art wie er Dinge betont die Emotion beim Hörer zu erzeugen. Im besten Falle fühlt er also selber was er gerade erzahlt. 

Ein Beispiel dafür wäre definitiv Song Cry von Jay Z. Wir wissen, dass die Geschichte die er 
in dem Lied erzählt fiktiv ist. Trotzdem wird eine Stimmung erzeugt die den Hörer das Fühlen lässt, was
jemand in solch einer Situation fühlen würde: Trauer aber gleichzeitige emotionale Leere- "I can't see it coming down my eyes so i gotta make the song cry".
Ein Negativbeispiel: Jedes Lied von DMX was nichts Aggressives enthält.  Come on, der Dude ist wunderbar, wenn ich gerade Gewichte lifte, aber bei einem romantischen Abend DMX an machen?  Eher nicht!

Was ich an Hip Hop noch feiere ist die Tatsache dass man hinhören muss. Das macht es leider aber auch zu einem manchmal nicht vollkommen massentauglichen Musikgenre. 
Man kann oft Lieder nicht nach der musikalischen Performance beurteilen, denn es gibt viele Lieder die musikalisch sehr arm sind. Das musikalische Niveau von manchen Songs ist ab und an niedrig und kann für Hörer die sich nicht viel mit dieser Richtung auseinander gesetzt haben oft laienhaft klingen. Dabei sind gerade diese Lieder diejenigen, bei denen man die wahren Fahigkeiten eines MC's erkennt. Kriegt es ein Rapper hin einen sehr simplen Beat der aus wenigen Einzelkomponenten besteht zumeben zu bringen? 
Notorious B.I.G, der verstorbene Rapper ist einn gutes Beispiel dafür.  Er war einer dieser MC's die es geschafft haben ziemlich simple Beats durch die Stimme und den Flow zu füllen und zu Liedern zu machen. Ein populäres Beispiel für solch ein Phänomen ist der Song Desole von Sexion D'assaut. Es handelt sich beim Beat um ein sehr minimalistisches Lied, welches durch den Rap und den Gesang der Acteure vom Sound her sehr voll klingt. Der MC fusioniert also mit dem Instrumental und wird Teil dessen indem er die Melodie aufmimmt, oder durch seinen Flow ein neue erzeugt und so ein weiteres Instrumend des Liedes wird. 

Was weiterhin oft fragwürdig wirkt ist die Battle-Kultur der Rapszene. Es wirkt von außen so, als würden Rapper ständig den dickeren Markieren und untereinander sehr streitsüchtig sein, doch auch dort steckt mehr hinter. 
Es herrscht eine unfassbare Konkurrenz zwischen den MC's, welche hervorruft,  dass jeder einzelne der beste sein möchte.  Der beste wäre in diesem Falle derjenige, der die besten Skills hat.  Das bedeutet sowohl textlich als auch von der Art zu rappen her am besten ist. Was das interessante daran ist, ist, dass sich hierbei niemand rein auf sein Talent stützen kann. Um ein guter MC zu sein, musst du arbeiten. Du musst 1000 Reime schreiben, bis du den komplexesten gefunden hast. 1000 Texte schreiben bevor du eine hast, der von Anfang bis Ende dope ist. 1000 mal gerappt haben und den richtigen Flow zu finden und 1000 Dinge mit deiner Stimme ausprobieren is du die Intonation gefunden hast, die funktioniert.  
Gute Beispiele dafür sind Eminem und B Real von Cypress Hill. Eminem ist mit den Jahren textlich immer komplexer geworden und hat sich mit jedem Album von dem technischen Gesichtspunkt her gesteigert. Er benutzt immer komplexere Reime, Metaphern und Vergleiche, was ihn zu einen der Besten macht. 
Wenn man B Real reden hört merkt man schnell,  dass seine Sprechstimme sich deutlich davon unterscheidet, wie er klingt wenn er rappt, was ihn ausmacht. Die nasale Stimme ist es die es möglich gemacht hat, dass er immer erkannt wird und die ist es auch, die ihm zu Beginn von den anderen unterschieden hat, was dafür gesorgt hat, dass er Aufmerksamkeit bekam. 
Rapper üben viel bevor sie so klingen wie wir sie hören.  MC Lyte z.B. , eine Rapperin die durch ihre tiefe druckvolle Stimme erkennbar erzählte in einem Interview,  dass sie früher deutlich anders geklungen hat und viele Monate Texte von Salt'n'Peppa gerappt hat und sich die tiefere Stimme so antraniert hat. 


Was die MC's also dazu bringt so konkurrenzorientiert zu sein, sind die starken Ambitionen und die harte Arbeit die hinter dem ganzen steckt. 
Das ganze ist vergleichbar mit Sportlern. Kobe Bryant gibt sich auch nicht damit zu frieden immer hinter Michael Jordan zu bleiben, was keinesfals mit Respektlosigkeit zu tun hat.Das zu sagen wäre sehr einfach und ein Zeichen dafür,  dass man nur oberflächlich beurteilt. Die Leitungen von Michael Jordan sind es nämlich die man sich zu schlagen vornimmt.
Klar, es ist einfach mit dem rappen anzufangen und die Produktion eines mittelmäßigen Liedes ist deutlich unaufwändiger als die Aufnahme eines Jazz-Orchesters, doch die  Beständigkeit und das Wachsen des Rappers von den Skills und den Themen her ist es, was ihn am Ende zum Künstler macht. 

Oft erkennt man das Reifen eines Künstlers mit dem Vergehen der Zeit. Während Künstler wie Nas und Jay Z früher über das Abschleppen von Frauen gerappt haben, widmen sie ihren Töchtern heute Lieder und setzen sich mit dem Vatersein auseinander.

Den das ist es, was Rapmusik ausmacht.Es geht darum sich mit dem Erlebten auseinander zu setzen und davon zu erzählen, egal ob man über seine Schwierigkeiten redet oder über den Erfolg den man nach Jahren erntet. 
Hip Hop ist und bleibt die Musikrichtung die die größte Möglichkeit gibt die eigenen Emotionen detailreich, durch viele Worte mitzuteilen. 
Viele Lieder gehen vielleicht nicht so sehr ins Ohr wie Popproduktionen und vielleicht wirde der ewige Konkurrenzkampf für unreif und postpupertär gehalten, doch wenn man sich mit dem Ganzen auseinander setzt, anfängt zu verstehen, dann ergibt alles Sinn undan lernt auch die Auseinandersetzungen zu schätzen, denn wenn die Gegner dieser auf einer Ebene stehen, dann werden in den seltensten Fällen bloß Mütter beleidigt...


Miss PM

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